Schon lange vor dem 6. Juni 1944 trugen die Bombardierungen von Rouen im Jahr 1944 zur Vorbereitung der Landung bei. Bereits am 17. August 1942 wurde der Rangierbahnhof von Sotteville-lès-Rouen beim ersten Angriff schwerer amerikanischer Bomber auf das besetzte Europa ins Visier genommen. Die Besatzungen der B-17 setzten damals das Norden-Visiersystem ein, das als Mittel zur Verbesserung der Präzision von Bombenangriffen bei Tageslicht und in großer Höhe angepriesen wurde.
Im Vorfeld der Operation Overlord nahmen die Bombardements erheblich zu. Die Alliierten versuchten, das Eisenbahnnetz, die Brücken über die Seine und die Hauptverkehrsachsen lahmzulegen, um den Transport deutscher Soldaten, Panzer und Ausrüstung in die künftigen Landungsgebiete zu verlangsamen.
Der Rangierbahnhof von Sotteville gilt daher als vorrangiges Ziel. In der Nacht vom 18. auf den 19. April 1944 wird der Großraum Rouen von einem massiven Bombenangriff getroffen. Einige Wochen später, vom 30. Mai bis zum 5. Juni, verwüstet die „Rote Woche“ einen Teil von Rouen. Die Ziele waren militärischer Natur, doch die Bomben zerstörten auch ganze Stadtviertel, beschädigten mehrere historische Denkmäler, darunter die Kathedrale, und machten die Brasserie Paul vollständig dem Erdboden gleich.
Diese Zerstörungen machen deutlich, dass die Schlacht um die Normandie nicht nur an der Küste beginnt. Sie wird auch in den Städten im Hinterland vorbereitet, wo die Zivilbevölkerung einen hohen Preis für die Strategie zahlt, das Schlachtfeld abzuschotten.
Die Landungsstrände, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, umfassen Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword Beach sowie die Pointe du Hoc entlang eines fast 80 Kilometer langen Küstenabschnitts in der Normandie. Rouen und diese Strände sind somit Teil derselben Geschichte: der Geschichte des Opfers, der Befreiung und des Wiederaufbaus Europas.