Claude Monet und Giverny
Die Normandie und insbesondere ihr Himmel waren für Claude Monet lange Zeit eine Quelle der Inspiration. Fasziniert von den unaufhörlichen Lichtveränderungen und den Farbwechseln im Laufe des Tages entwickelte er eine neue Malweise, bei der der Augenblick, die Atmosphäre und die Bewegung Vorrang vor der akademischen Darstellung hatten. So entstand die impressionistische Strömung, eine echte künstlerische Revolution, die weltweit ihre Spuren hinterlassen sollte.
Auch wenn Monet heute weltweit für sein Haus, seinen Garten und seine berühmten Seerosen in Giverny bekannt ist, widmete er eine seiner bedeutendsten Serien der Kathedrale Notre-Dame in Rouen.
Zwischen 1892 und 1894 malte Monet in einem Raum im ersten Stock des ehemaligen Hôtel des Finances, in dem damals ein Damenbekleidungsgeschäft untergebracht war, die Fassade der Kathedrale zu verschiedenen Tageszeiten. Sein Ziel war es nicht, das Bauwerk selbst darzustellen, sondern die Lichtwirkungen auf dem Stein, die Schatten, die Reflexe und die unendlichen Nuancen des normannischen Himmels einzufangen. So wird jede Leinwand zu einer einzigartigen Interpretation desselben Motivs, in der Farbe und Licht die wahren Protagonisten sind.
Man kann sich also gut vorstellen, dass der Künstler es zwischen zwei Arbeitssitzungen geschätzt hätte, Zuflucht an einem diskreten und gemütlichen Ort wie dem Hôtel Cardinal zu finden. Das Hotel liegt direkt gegenüber der Kathedrale und bietet auch heute noch einen außergewöhnlichen Blick auf dieses Meisterwerk der gotischen Architektur; es scheint ganz natürlich in Monets Welt zu passen. Ein privilegierter Ort, um die Veränderungen des Lichts im Laufe der Stunden zu betrachten, den Blick schweifen zu lassen, ein paar Skizzen anzufertigen oder einfach zur Ruhe zu kommen, bevor man wieder zum Pinsel greift.































