Brasserie Paul – eine Geschichte aus Rouen in vier Folgen

1. 1898–1932 – Eine Adresse erwacht zum Leben

Im Jahr 1898 sorgte in der Rue Grand-Pont, die von Straßenbahnen, Geschäften und Passanten belebt war, ein Lokal für Aufsehen: die Brasserie Paul. Hinter der Fassade der Hausnummer 77–79 verbirgt sich ein Lokal, das weitaus größer ist, als es auf den ersten Blick erscheint. Ein Durchgang führt zu den Räumlichkeiten im Herzen des Häuserblocks, zwischen der Rue aux Ours und der Impasse du Petit-Salut.

Man kommt hierher, um zu Mittag zu essen, ein Bier zu trinken, Billard zu spielen oder einfach nur das geschäftige Treiben der Stadt zu beobachten. Unter dem großen Glasdach bilden Palmen, Sitzbänke, Kellner in Schürzen und Marmortische ein für die Belle Époque typisches Ambiente.

Im Jahr 1909 empfahl der berühmte Baedeker-Reiseführer ausländischen Reisenden diese Adresse und wies sogar auf die Anwesenheit eines Orchesters hin. Die Brasserie Paul war damals zu einem der Orte geworden, an denen sich Rouen präsentierte, an denen man sich traf und Geschichten austauschte.

Doch Anfang der 1930er Jahre musste sich dieses große Unternehmen weiterentwickeln. Zwei Männer sollten ihm bald neuen Schwung verleihen: Köhler und Criblez.

Nächste Folge: 1933–1944 – Die Jahre unter Köhler und Criblez