Die Brauerei Paul – eine Geschichte aus Rouen in vier Folgen

3. 1940–1967 – Zerstören, verlegen, wiederaufbauen

Im Jahr 1940 verwüsteten Brände einen Teil des Domplatzviertels. Die Brasserie Paul, die etwas weiter in der Rue Grand-Pont lag, blieb zunächst verschont. Ihre Gnadenfrist endete jedoch im Mai 1944: Die Bombenangriffe zerstörten ihren Eingang und die großen Säle, die im hinteren Teil des Häuserblocks eingerichtet waren.

Nach dem Krieg lehnte Köhler es ab, in diesem Gewirr aus Grundstücken und Eigentumsverhältnissen wieder aufzubauen. Als Pragmatiker entschied er sich dafür, das Anwesen auf die frei gewordene Fläche gegenüber dem Dom zu verlegen. Das Projekt umfasst eine kompaktere Brauerei, Billardtische im Untergeschoss und ein modernes Hotel mit 24 Zimmern, das mit einem Aufzug ausgestattet ist – ein für die damalige Zeit noch bemerkenswerter Komfort.

Die Einrichtung bewahrt jedoch den Geist des ehemaligen Hauses: Bistrot-Möbel, dekorative Glasfenster und Anspielungen auf Rouen und die Seine. Der geheimnisvolle Buchstabe „C“, der im Hotel noch immer zu sehen ist, könnte eine diskrete Hommage an Criblez sein, der nach dem Krieg im Verborgenen blieb.

Im Jahr 1967 führte die getrennte Vermietung der Brauerei und des Hotels schrittweise zur Aufteilung des Gesamtkomplexes.

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